Wildes Europa – Südtirol 18.9. -23.9.2016

Mehr als 50 SchülerInnen und LehrerInnen der Partnerschulen aus Polen, Tschechien, Italien und Österreich trafen sich Ende September in Südtirol.  Bei sommerlichen Temperaturen wurden unterschiedliche Landschaften vom Biotop in der Nähe der Partnerschule bis zu den Gipfeln der Dolomiten erkundet, um die Biodiversität der Region kennenzulernen.

U.a. besichtigten die Teilnehmer in Villnöss das Naturparkhaus. Dort erfuhren sie vieles über den Naturpark Puez Geisler und ein Projekt zur Wiederaufwertung alter Rassen, wie dem Brillenschaf und des Grauviehs, das unter dem Namen „Geisler Rind“ seine Abnehmer findet.

Weitere Exkursionsziele waren der Niederhof im Martelltal, die Region um Castelfeder oder das Weißhorn, wo mehrere Arbeitsstationen zu den Themen Kulturlandschaften und Naturlandschaften, Baumgrenzen und Waldgrenzen vorbereitet waren. Ebenfalls auf dem Besichtigungsprogramm standen die Eislöcher und der „Grand Canyon“ Südtirols: die Bletterbachschlucht. Bei einer geologischen Führung erlebten die Teilnehmer, welche Kraft das Wasser in Jahrtausenden entfaltet hat und wie es sich im Laufe von 240 Mio. Jahren durch den Berg gefressen hat.

Das ausgesprochen spannende und abwechslungsreiche Programm zeigte sehr anschaulich das Spannungsfeld Naturschutz-Landwirtschaft-Tourismus.

 

 

WILDES EUROPA – Nationalparks in Polen

Polen hat 23 Nationalparks, vier davon besuchten die Partnerschulen. Es war eine Woche voller Natur und Kultur mit einem abwechslungsreichen Programm.

Das Treffen in Polen fand von 29. 5. bis 3. 6.2016 statt. Alle TeilnehmerInnen waren gemeinsam im Hotel „Zameczeck“, was Schloss auf polnisch bedeutet, untergebracht. Das Hotel ist in der Ortschaft Ksiaz Wielki, in der sich auch unsere Partnerschule ebenfalls in einem Schloss befindet.

Der Ojcow Nationalpark mit seinen Jurakalksteinformationen und Höhlen war das erste Naturschutzgebiet, das besucht wurde. Eine geführte Wanderung durch den Wald und die Besichtigung der Höhlen standen am Programm. Nach dem Mittagessen wurde das nationalparkeigene Museum besucht. Die Besichtigung des Besichtigung der Schloßes „Pieskowa Skała“ und der „Herkuleskeule“ bildete den Abschluss des Tages. Derselbe Nationalpark mit einem Gewässer-Schwerpunkt stand am nächsten Tag wieder auf dem Programm. Bei der Erkundung der Bäche „Sąspówka“ und „Prądnik“ und der Untersuchung deren Flora und Fauna waren die SchülerInnen mit vollen Eifer dabei, bis alle von einem heftigen Gewitter überrascht wurden und völlig durchnässt die Rückfahrt ins Hotel antraten.

Gespannt war die Gruppe auf die Binnenwüste in Bledow, die einzige Wüste Mitteleuropas. Aufgrund der geologischen Gegebenheiten und der intensiven Abholzung im Mittelalter entstand auf der gerodeten Fläche eine Wüste von zirka 150km2. Die Sandschichten sind 40 bis 70 Meter tief. Später verwaldete dieses Gebiet wieder großteils. In den letzten Jahren wurde im Rahmen eines von der Europäischen Union geförderten LIFE Nature Projektes die Bledowska Wüste wieder revitalisiert und weist heute eine Größe von 32km2 auf. Genutzt wird ein Teil der Fläche auch als Truppenübungsplatz für das polnische Militär. All diese Informationen erhielten wir bei unserem Besuch im Wüsteninformationszentrum im Gemeindeamt von Klucze. Danach brachen wir zu einer geführten Wanderung durch die Wüste auf. Es ist kaum zu glauben, aber direkt neben einem Wald beginnt die Wüste mit Wüstensand und Wüstenvegetation und Wüstentieren. Nicht sichtbar, aber überall zu finden war der Ameisenlöwe. Er ist ein Räuber in der Welt der Insekten. Mit ein wenig Geschick lässt er sich aus seinem Versteck im Sand locken und fangen. Die gefangenen „Löwen“ wurden genau unter die Lupe genommen und dann wieder in die Freiheit einlassen.

Der Besuch im Fischereibetrieb Jurajski Młyn war sehr interessant und schmackhaft, durften wir doch dessen Forellen gegrillt verspeisen. Der Betrieb züchtete noch weitere Fischarten, wie Stör und Karpfen. Am Abend stand die Besichtigung von Krakau am Programm, das immer eine Reise wert ist. Fixpunkte dabei sind die Besichtigungen des Krakówer – Königsschloßes „Wawel“ und der Hauptmarktplatz. Eine Stadtführerin brachte uns die Geschichte der Stadt näher. Reicher an Wissen über Geschichte, Mythen und Sagen über Kraków brachen wir zum Abendessen ins Hotel auf.

Der Swietokrzyski Nationalpark wurde am 1950 auf 5.909 ha Fläche gegründet und liegt im Heiligkreuzgebirge. Er besteht zum Großteil aus Nadel- und Mischwäldern. Am Gipfel des Berg Łysiec steht das Kloster Święty Krzyż. Einige der Abhänge sind Geröllhalden aus Quarziten und Grauwacken. Diesen Nationalpark erkundeten wir am vorletzten Tag unserer Mobilität mit einem ausgebildeten Nationalpark-Guide. Diesmal schafften wir es zum Glück vor dem Gewitter ins Trockene.

Der letzte Tag führte uns in das Landschaftsschutzgebiet Jura Krakowsko-Czestochowska. Dort besichtigten wir das Landschaftsschutzgebiet Orlich Gniazd und die Burg Ogrodzieniec.

Durch die Vielfalt an verschiedenen Naturschutzgebieten und Nationalparks und die gemeinsamen Aktivitäten konnten die Teilnehmer ihr Wissen über Biodiversität erweitern, persönliche Kontakte mit Schülern der Partnerschulen knüpfen und die Geschichte und Kultur Polens kennenlernen.

Die nächste und letzte Mobilität wird uns nach Italien, genauer gesagt nach Südtirol führen.

Wildes Europa – Šumava und Bayrischer Wald

Vom 20. bis 25. 9.2015 trafen sich die höheren Landwirtschaftsschulen aus Österreich (HLBLA St.Florian), Polen (Zespol Szkol Ksiaz), Tschechien (VOS a SZeS Tabor) und Italien (Fachoberschule für Landwirtschaft/Auer) zum zweiten Mal, um im Rahmen des länderübergreifenden Erasmus+ -Projektes „WILDES EUROPA – Biodiversität von Natur- und Kulturlandschaften“, den Nationalpark Šumava (Böhmerwald) in Tschechien zu erkunden. Der Nationalpark Šumava bildet zusammen mit dem benachbarten Nationalpark Bayerischer Wald das größte zusammenhängende mitteleuropäische Waldgebiet, auch „Grünes Dach Europas“ genannt. Bergplateaus mit emporragenden Gipfeln, die canyonartigen, durch Erosion entstandenen Taleinschnitte mit Flussläufen im Westen, das weitläufige Hochland Trojmezenska hornatina oder die Moldau-Auen im Süden – jedes Gebiet bietet Lebensraum für die unterschiedlichsten Tier- und Pflanzenarten. Reste von urwaldähnlicher Vegetation, Tal- und Berghochmoore, sowie Gletscherseen machen den geheimnisvollen Reiz dieses dünn besiedelten Gebiets aus. Jeder Tag, den wir im Rahmen des Projektes im Nationalpark verbrachten, hatte einen thematischen Schwerpunkt. Erforscht wurden der Urwald, das Wasser in den wildromatischen Flusslandschaften, die Moore und die Tierwelt. Das abwechslungsreiche und interessante Rahmenprogramm bildeten ein historischer Stadtrundgand durch die Stadt Tabor, eine Besichtigung der Partnerschule und des Botanischen Gartens in Tabor, der Besuch eines Biobetriebes, eine Wanderung zur mittelalterlichen Burg Kašperk, der Baumwipfelpfad in Neuschönau und das Seilzentrum in Zadov. Faszinierende sechs Tage in den einzigartigen Nationalparks Šumava und Bayrischer Wald, lassen die Vorfreude auf das nächste Treffen im Frühling 2016 in Polen wachsen.

Schülerinnen und Schüler aus vier europäischen Ländern arbeiten zusammen